Getting Started with Raspberry Pi, 2nd Edition

Veröffentlicht von am 9. Februar 2015 in Buchrezensionen

Electronic Projects with the Low-Cost Pocket-Sized Computer

Mit „Getting started with Raspberry Pi 2nd Edition“ bringen Matt Richardson und Shawn Wallace Ende 2014 die überarbeitete Fassung ihres Einführungswerkes über den beliebten Einplatinen-Computer heraus. Das ursprüngliche Buch erschien 2012 und ist inzwischen unter dem Titel „Raspberry Pi für Einsteiger“ auch auf Deutsch erhältlich.

Der Markt der Einsteiger-Bücher für den Raspberry Pi  ist bunt, vielfältig und für den Suchenden häufig recht verwirrend. Das vorliegende Buch verfolgt die amerikanische Herangehensweise des „learning by doing“. Nach einer kurzen Übersicht über die Komponenten des Pi wird dem Leser gleich zu Beginn gezeigt, wie er mit der Raspbian-Distribution seinen Pi in Betrieb nehmen kann. Eine andere Herangehensweise findet man z.B. in dem Buch von Eric Bartmann „Die elektronische Welt mit Raspberry Pi entdecken“, welches im gleichen Verlag erschienen ist. Hier erhält der Leser umfangreiche Einblicke in die Welten der Elektronik, der Physik und des Betriebssystems Linux, ehe der Pi tatsächlich eingeschaltet wird. Diese Tiefe und diesen Umfang bietet  „Getting started with Raspberry Pi 2nd Edition“ nicht, man kommt aber sehr viel schneller zum Machen, was einigen Makern nicht Unrecht sein dürfte. Der interessierte Leser wird aber nicht alleine gelassen, nach jedem Kapitel geben die Autoren mit Literaturhinweisen und Linklisten Möglichkeiten zur weiteren Vertiefung.

Zum Inhalt. In den ersten Kapiteln erhält der Leser einen Überblick über die Komponenten des Raspberry Pi sowie Anregungen für weitere Upgrades. Es wird kurz auf Linux eingegangen. Neben der Raspbian-Distribution werden weitere spezialisierte Distributionen vorgestellt, mit denen sich der Pi als Video- und Medienserver aufbauen lässt. Auch die Programmierung mit Python findet Erwähnung. Besonders interessant und pfiffig ist die Beschreibung von Scratch, einer graphischen Programmierumgebung, die für Kinder entwickelt wurde. Hier wird dem Leser gezeigt, wie auf einfache Art und Weise eigene Programme erstellen kann, ohne sich mit der Komplexität von Python auseinandersetzen zu müssen.  Nach einem kurzen Vergleich mit dem Arduino werden verschiedene Projekte gezeigt. Hier geht es vom einfachen Einschalten einer LED bis hin zur Gesichtserkennung mit der Kamera oder der webbasierten Manipulation einer Schreibtischlampe. Am Ende werden noch die Besonderheiten der analogen Datenverarbeitung angesprochen.

Bei manchen Projekten werden die vertiefenden Inhalte dem Leser überlassen, bei der Umsetzung steht das Machen gegenüber dem Verstehen im Vordergrund. Auf diese Weise erhält aber jeder Leser einen Einblick in die Faszination der Möglichkeiten mit dem Pi, auch wenn seine Kenntnisse noch ausbaufähig sind.

Fazit: Für alle, die möglichst schnell loslegen wollen, ist das Buch sehr zu empfehlen. Auch wenn das Buch (bisher) nicht auf Deutsch erschienen ist, so reichen doch die Englisch-Kenntnisse, mit denen man sich im Alltag auch in den verschiedenen Foren und FAQs bewegt, völlig aus. Eine deutsche Version des Buches erscheint am 27. Februar 2015.

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  1. Das Buch gibts Ende Februar auch auf Deutsch: http://www.oreilly.de/catalog/startedraspberrypi2ger/index.html

    Im Gegensatz zur Original-Papierauflage auch in deutscher Übersetzung vierfarbig.